Sean Nolan

Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft, Senior Business Development Manager



Sean Nolan, 1995 im britischen Poole geboren, ist Head of Growth bei Concular, einem Berliner Start-up und Plattform für die Wiederverwendung von Baustoffen. Mit Leidenschaft setzt er sich für die Digitalisierung und Nachhaltigkeit der Bau- und Immobilienbranche ein. Er ist Mitgründer der Initiative „Vision: Sustainable Construction“, Mitglied im Innovation Think Tank des ZIA und Speaker sowie Gastdozent für Themen der nachhaltigen Transformation der Branche und des zirkulären Bauens. Seine Inspiration bekommt er von weiblichen Führungskräften aus der Branche, mit denen er zusammenarbeiten konnte, aber auch im familiären Umfeld durch seine Mutter.

Sean Nolan, Foto: ©blackprint



„Als Bau- und Immobilienbranche haben wir die Verantwortung, Gebäude für verschiedenste Gruppen der Gesellschaft zum Leben, Arbeiten, Wohnen oder sich Begegnen bereitzustellen. Warum sollte davon nur eine Gruppe in den Entscheidungspositionen der Branche sein?“

 

Was macht dich zum Male Ally?

Mein Herzensthema ist die nachhaltige und digitale Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft. Hierbei geht es darum, etablierte Prozesse oder Strukturen anders anzugehen und neue Perspektiven und Chancen zu erarbeiten. Dies gelingt nur, wenn die Personen, die sich damit beschäftigen, möglichst divers sind und sich in Bezug auf Herkunft, Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung unterscheiden. Es ist deshalb für mich nur logisch, mich tatkräftig für mehr Chancengleichheit einzusetzen. 

 

Warum ist unsere Welt ein besserer Ort, wenn Frauen und Männer gleiche Rechte und Chancen haben?

Wenn Frauen und Männer gleiche Rechte und Chancen haben, öffnet dies Türen für die Gleichstellung von weiteren Gesellschaftsgruppen, die durchgehend Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Dies ist ein erster, sehr wichtiger Schritt zu mehr Diversität allgemein. 

 

Warum braucht die Immobilienbranche mehr Frauen in Führung?

Als Bau- und Immobilienbranche haben wir die Verantwortung, Gebäude für alle möglichen Gruppen der Gesellschaft zum Leben, Arbeiten, Wohnen, sich Begegnen bereitzustellen. Warum sollte davon nur eine Gruppe in den Entscheidungspositionen der Branche sein?

 

„Gesellschaftlich müssen wir jeden Zweifel am Ziel der Gleichstellung von Mann und Frau aus dem Weg räumen“

 

Was können Unternehmen dafür tun?

Die Förderung von Frauen im Unternehmen sollte ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie sein. Hieran angeknüpft sollten Maßnahmen für eine vielfältige Besetzung von Teams definiert und Regeln für einen wertschätzenden Umgang und Arbeitsklima besprochen und festgelegt werden. Jeder Verstoß gegen diese Regelungen sollte konsequent verfolgt werden. Interne Trainings und Schulungen können außerdem helfen. 

 

Was kann Politik und Gesellschaft tun?

Gesellschaftlich müssen wir jeden Zweifel am Ziel der Gleichstellung von Mann und Frau aus dem Weg räumen. Nur so können auch andere Gesellschaftsgruppen, die ausgegrenzt und diskriminiert werden, Chancengleichheit erfahren. 

 

Und was jede*r Einzelne?

Es fängt an mit Kleinigkeiten im Alltag wie gendergerechte Sprache, Umgangsweisen und vor allem mit der Selbstreflexion des eigenen Verhaltens. Unconscious Bias, also unbewusste Vorurteile, sind an vielen Stellen noch alltäglich. Es ist wichtig, dass wir uns unser Verhalten bewusst machen, eigene Fehler auch ansprechen und sie klären.

 

Der Weg zu mehr Vielfalt in Führungsebenen geht nur gemeinsam. Wie gelingt es, die Männer mit an Bord zu holen?

Ich denke, es ist wichtig, dass jeder Mann den Umgang mit Frauen in unserer Branche abgleicht mit dem Umgang, den er sich für seine Frau, seine Mutter, seine Tochter, Enkelin, Schwester wünschen würde. Dieser persönliche Bezug führt vielleicht eher dazu, dass die Benachteiligung von Frauen in der Branche erkannt wird und sich mehr Männer für Veränderung und Fortschritt einsetzen.

 

„Meine Superheldin ist meine Mutter, die mir vorlebt, wie man mit Authentizität, Bodenständigkeit und Ehrlichkeit erfolgreich durchs Leben gehen kann“

 

Welchen Tipp oder Gedankenanstoß würdest du als Male Ally gerne anderen Männern geben?

Ich würde anderen Männern sagen, dass wir aktuell die Chance haben, die Branche zu verändern, sie nachhaltiger, digitaler und innovativer zu machen. Und dass wir in diesem Zuge jetzt auch die Chance haben, eine Veränderung in Bezug auf Diversität und Gleichstellung einzuleiten, die wir unbedingt nutzen müssen.

 

Hast du eine Superheldin, fiktiv oder real?

 

Da könnte ich ganz viele nennen…  Besonders hervorheben möchte ich meine Mutter. Sie lebt mir und meiner Schwester Orla, auch eine angehende Superheldin der Branche, vor, wie man mit Authentizität, Bodenständigkeit und Ehrlichkeit erfolgreich durchs Leben gehen kann. Diese Werte prägen auch mein Handeln, privat wie beruflich.